Von der Raupe zum Schmetterling – so kann menschlicher und gesellschaftlicher Wandel gelingen

„Wir befinden uns fraglos in einem spannenden Zustand des Übergangs,
an dem unendlich viele Menschen mitweben.
Gerade weil dieses Gewebe voller Muster und Ebenen ist, lässt es sich nur schwer beschreiben“
Nicanor Perlas

Von der Raupe zum Schmetterling – so kann menschlicher und gesellschaftlicher Wandel gelingen

Nicanor Perlas, alternativer Nobelpreisträger,  war  jahrelang auf der Suche nach einem Bild, welches das Gewebe des Wandels in ein für jeden verständliches Bild brachte. Und er fand es schließlich in dem, was die moderne Biologie über die Transformation der Raupe zum Schmetterling weiß:

Wenn sich eine Raupe in ihren Kokon einspinnt, dann entstehen – so wissen wir heute – in ihrem Körper neue Zellen, die von der Wissenschaft Imago-Zellen genannt werden. Sie schwingen in einer anderen Frequenz als der Rest des Raupenkörpers.

die Neuen Zellen – Imago-Zellen – sind zuerst wie Fremdkörper

Sie sind so andersartig, dass das Immunsystem der Raupe sie für feindliche Fremdkörper hält, sie angreift und verschlingt.

Aber diese neuen Imago-Zellen tauchen erneut im Raupenkörper auf und werden immer mehr. Schon bald kann das Immunsystem der Raupe diese Zellen nicht mehr schnell genug vernichten.

So überleben immer mehr der Imago-Zellen diese Angriffe.

Und dann passiert etwas Erstaunliches: Die kleinen und bis dahin ziemlich einsamen Imago-Zellen beginnen sich in kleine Gruppen zu verklumpen. Dabei schwingen sie auf einer ähnlichen Ebene und beginnen von Zelle zu Zelle, Informationen miteinander auszutauschen.

Die Klumpen von Imago-Zellen beginnen Gruppen zu bilden!

Dann, an einem bestimmten Punkt, scheint dieser lange Faden von Imago-Zellen plötzlich zu begreifen, dass er ETWAS ist. Etwas anderes als die Raupe. Etwas Neues! Und mit der Erkenntnis einer eigenen Identität beginnt die Verwadlung des Raupenkörpers von Innen.

Diese Erkenntnis ist die eigentliche Geburt des Schmetterlings. Denn damit kann jetzt jede Schmetterlingszelle ihre eigene Aufgabe übernehmen. Für jede der neuen Zellen ist etwas zu tun, alle sind wichtig. Jede Zelle beginnt das zu tun, wo es sie am meisten hinzieht. Und alle anderen Zellen unterstützen sie darin, genau das zu tun.

Von der Raupe zum Schmetterling – die Analogie
wie menschlicher und gesellschaftlicher Wandel gelingen kann

Imago-Zellen als Bild für die Prozesse der gesellschaftlichen und kulturellen Transformation der Gegenwart, als Möglichkeit, wie menschlicher und gesellschaftlicher Wandel gelingen kann.

Menschen, die für neue Möglichkeiten wach werden, sind so etwas wie die Imago-Zellen der Gesellschaft. Der Prozess der sozialen Transformationen beginnt mit dem Auftauchen von Individuen, welche die Samen der Zukunft in sich tragen. Sie sind „imaginativ“, indem sie in ihrem Sein und ihrer Identität einen Aspekt der zukünftigen Wirklichkeit in sich tragen.

 … im Veränderungsprozess gibt es Rückschläge

Diese innovativen Individuen sind so etwas wie Fackelträger einer sich entfaltenden Zukunft.

Sie mögen Rückschläge erleben,
sind jedoch in ihrer Dezentralität nicht zu eliminieren.

Die verschiedenen Bewegungen, die in sich den Samen der verschiedenen Möglichkeiten einer Zukunft tragen, müssen lernen, sich so zu finden, dass sie sich gegenseitig in ihren jeweiligen Identitäten und Fähigkeiten unterstützen und stärken – und in ihnen die Erkenntnis einer gemeinsames Zukunft entsteht – wie bei den Imagozellen die Erkenntnis des „Ich bin Schmetterling“ entsteht.

Gesellschaftliche Transformation wird erst dann wirklich möglich, wenn diese ganz verschiedenen Identitäten es lernen, mit- und untereinander eine Synergie zu schaffen. Das steht uns bevor.

Aus einem Interview mit Geseko von Lüpke, Zukunftsforscher und Autor
obiger Text stammt ursprünglich von der Seite Wandeltreppe,
und wurde von mir teilweise überarbeitet

Veränderung im Menschen – auch hier passt die Analogie von der Raupe zum Schmetterling

Meine Wahrnehmung ist, dass die meisten Veränderungsprozesse eines Menschen ähnlich diesem Prozess der Imago-Zellen ablaufen.

Besonders bei Persönlichkeits-Trainings, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, habe ich festgestellt, ist der Veränderungsprozess nicht kontinuierlich.

Einige Erkenntnisse kann ich unmittelbar umsetzen, weil, von mir kaum beachtet, die Transformation schon begonnen hatte und im Training zur Ausreifung gelangte – der Schmetterling war quasi schon bereit aus der Puppe zu schlüpfen und sich zu entfalten.

Andere Lerneinheiten / Informationen werde ich anfangs sogar ablehnen, weil sie mir so fremd sind, so gegen meine bisherige Lebensweise „verstossen“ – wie in der Raupe, wo die ersten Imagozellen als Fremdkörper bekämpft werden.

Meine alten, gut verankerten Gewohnheiten z.B. werden in mir, wie ein starkes Immunsystem, das neue Verhalten als Fremdkörper „bekämpfen“.

Nur langsam wird die Erkenntnis reifen und letztlich wird das Bekämpfte zu einem neuen Anteil in mir, zu einem neuen Verhalten, zu einer neuen Gewohnheit.

 

wie menschlicher Wandel gelingen kann

Leben ist Veränderung. Allein die Kreation „Zeit“  bringt allgemeine Veränderung, steten Wandelmit sich. Die wesentliche Frage, die sich jeder Mensch stellen darf, ist:

sehe ich den Wandel als Schicksalmacht, der ich unterworfen bin, die mich nach gutdünken formt

ODER

bin ICH der Wandel, die bewußte Veränderung und damit Schöpfer meines SEIN ?

In mir, in Dir, in uns allen sind viele Anteile, die tragen das Bild des Schmetterlings in sich.

Der Schmetterling steht für die bestmögliche Entfaltung dieser Anteile, meiner angelegten Potenziale

Meine Vision:
Wenn nur 10% der Menschen Ihre angelegten Potenziale entfalten können und miteinander kooperieren, haben wir eine neue, lebenswerte Welt.

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Von der Raupe zum Schmetterling - so kann menschlicher und gesellschaftlicher Wandel gelingen
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Von der Raupe zum Schmetterling - so kann menschlicher und gesellschaftlicher Wandel gelingen
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Von der Raupe zum Schmetterling - so kann menschlicher und gesellschaftlicher Wandel gelingen - eine Analogie und Vision für persönliche Entwicklung
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